Art Dèco
Ist eine Bewegung in der Designgeschichte von etwa 1920
bis 1940, die die Formgebung von Gegenständen in allen
Lebensbereichen wie Architektur, Möbeln, Fahrzeugen,
Kleidermode oder Gebrauchsartikeln umfasste.
Dem Art Déco fehlt ein eindeutiges, zugrundeliegendes
Stilmerkmal oder eine stilbildende Anschauung. Vielmehr
handelt es sich, inmitten des generellen Aufbruchs der
klassischen Moderne, um eine gestalterische Verbindung
von Eleganz der Form, Kostbarkeit der Materialien,
Stärke der Farben und Sinnlichkeit der Thematik. Vieles
davon war schon im Jugendstil angelegt – vor allem im
französischen, wo man im Überflüssigen das Notwendigste
sah: „le superflu, chose la plus nécessaire“.
Charakteristisch für den Art Déco ist die stilisierte
und flächige Darstellung floraler und organischer
Motive. Dieses Fehlen von Schatten und Natürlichkeit
vermittelt den modernen und oft plakativen Eindruck der
Kunst jener Epoche. Die industrielle Fertigung sowie die
unbeschwerte, eklektische Mischung von Stilelementen
unterschiedlicher Herkunft sind wichtige
Voraussetzungen. Ein Ursprung des Art Déco lag in der
Gründung der Wiener Werkstätte durch die
Secessionskünstler Josef Hoffmann und Koloman Moser und
den Industriellen Fritz Wärndorfer im Jahre 1903.
Ihrerseits beeinflusst durch die geradlinigen Formen des
englischen und schottischen Jugendstils um Charles
Robert Ashbee, Charles Rennie Mackintosh und Mackay-Hugh
Baillie-Scott, nahmen Hoffmann und Moser mit ihren
orthogonalen Entwürfen für elegante Inneneinrichtungen
vieles von dem vorweg, was noch in den späten 20er und
30er Jahren als modern gelten konnte. Mit dem Eintritt
von Dagobert Peche im Jahre 1915 war der Weg der Wiener
Werkstätte hin zum Art Déco endgültig festgelegt.
Das Zentrum des Art
Déco war jedoch ohne Frage die Metropole Paris. Im Jahre
1925 wurde eine Ausstellung in Paris unter dem Namen
„Exposition Internationale des Arts Décoratifs et
Industriels Modernes“ durchgeführt, deren Titel später für
den dort vorherrschend gezeigten Stil übernommen wurde: „Art
Déco“. Die Ausstellung ging zurück auf eine Initiative
führender französischer Künstler, die 1901 die „Société des
Artistes Décorateurs“ gegründet hatten, und war
ursprünglich, durch den Ersten Weltkrieg verzögert, schon
für 1915 geplant. Die großen Couturiers wie Jacques Doucet
und Paul Poiret gaben durch innovative Modeentwürfe die
Vorgaben und wirkten vor allem mäzenatisch durch ihre
Sammlungen und die Vergabe von Inneneinrichtungs-Aufträgen.
Seine Ideen bzw. Anregungen bezog der Art Déco aus allen
auch den ihm entgegengesetzten Entwicklungs- richtungen der
Moderne, die in Paris wie an keinem anderen Ort gebündelt
waren.



