Porzellan ist die edelste und vollendetste aller Keramikarten. Zugleich unterscheidet es sich von ihnen in einigen Eigenschaften, z. B. dadurch, daß die Masse nicht nur an der Oberfläche, sondern auch im Bruch absolut weiß ist. Kennzeichnend ist auch die Durchsichtigkeit an dünneren Stellen des Scherbens. Das Porzellan besteht aus einer Mischung verschiedener Erdsorten und aus einer durchscheinenden Glasur, die den Scherben bedeckt. Bleibt eine zweimal gebrannte Porzellanmasse ohne Glasur, wie es in einigen Porzellanfabriken bei der Herstellung von Plastiken, Medaillons, seltener auch Geschirr üblich war, bezeichnen wir die Ware als Biskuitporzellan.
Die Ableitung des Wortes "Porzellan" ist umstritten. Sehr häufig wird die Ansicht vertreten, der Ausdruck sei vom italienischen porcella abgeleitet, einer Muschelart, der das Porzellan seinen äußeren Merkmalen nach, mit seiner weißen Farbe, seiner glatten Oberfläche und in seiner Kompaktheit nahesteht. Der Ausdruck wurde ursprünglich recht beliebig sowohl für Porzellan, Opakglas, Perlmutter und verschiedene mit Edelmetallen verarbeitete Muschelarten, als auch für andere Arten weiß glasierter Keramiken verwendet, wie es z. B. die holländische Fayence war.


